Keine PDF/X-Erstellung im Acrobat-Distiller!

Die Erfahrung der vergangenen Monate haben uns gezeigt, dass die Bedeutung einer
PDF/X-Konvertierung im Distiller zumeist völlig überbewertet wird. Genau genommen
bedeutet PDF/X-3 nur, dass ein PDF die absoluten Grundvoraussetzungen zum Drucken erfüllt. Im Klartext: Bilder und Schriften sind eingebettet, die Datei wurde noch nicht
überfüllt, ausreichend Anschnitt ist vorhanden. Es ist bekannt, in welchem Druckver-
fahren die PDF-Datei gedruckt werden soll. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann
der Distiller bereits bei der PDF-Erstellung Ihre Datei als PDF/X-3 speichern.

Streitfall PDF/X-3

Nachdem PDF/X-3 allgemein als die Universallösung für die Druckdatenübertragung an-
gekündigt wurde, haben viele Anwender brav die PDF/X-3-Einstellungen im Distiller akti-
viert. Den meisten Anwendern war dabei allerdings nicht bewusst, dass der Distiller nur
die absoluten Grundvoraussetzungen für Druckbarkeit überprüft. Fehler in der PDF/X-3-
Datei
führen zu einem nicht gewünschten Druckergebnis. Dies kann zu Unverständnis
führen, da oftmals irrtümlich davon ausgegangen wird, dass mit der erfolgreichen Er-
stellung eines PDF/X-3 die problemlose Druckbarkeit der Datei garantiert ist.

Der Distiller überprüft bei der Konvertierung in ein PDF/X-3 nicht, ob Ihre Bilder auch 300 dpi haben, farbige Objekte irrtümlich auf „Überdrucken“ stehen, Haarlinien im Dokument vor-
handen sind, schwarzer Text sich aus 4c zusammensetzt usw. Unter Umständen sind sogar RGB-Bilder und Schmuckfarben im PDF/X-3 erlaubt ... und genau hier liegt das Problem: Ihre Datei kann etliche Fehler beinhalten, aber Sie können sie problemlos als PDF/X abspeichern.

Erst der Preflight, dann die Speicherung als PDF/X!

Es macht also wenig Sinn, im Distiller ein PDF/X zu erstellen, denn der Distiller ist nicht in der Lage, Ihre PDF-Daten auf tiefer liegende Probleme hin zu überprüfen. Erstellen Sie lieber zunächst ein PDF, das prinzipiell druckbar ist. Öffnen Sie dieses PDF im Acrobat und starten Sie dann den im Acrobat 7 bzw. 8 eingebauten „Preflight“. Dieser Preflight kann Ihr PDF auf fast alle nur erdenklichen Fehler hin überprüfen: Bildauflösung, Strichstärken, Transparenzen, Schmuckfarben, ICC-Profile, Überdruck usw. Sie können selbst Preflight-Profile anlegen und so genau bestimmen, auf welche Probleme Ihre Daten überprüft werden sollen. Erst wenn Ihr PDF diesen Preflight ohne Beanstandung übersteht, dann sollten Sie es direkt im Acrobat als PDF/X speichern. Jetzt können Sie sicher sein, dass Ihr PDF auch garantiert fehlerfrei druckbar ist.

PDF/X-3 vs. PDF/X-1

PDF/X (X für Exchange, Austausch) wurde ursprünglich nur entwickelt, um drucktechnische Zusatzinformationen in das PDF einzubinden. Die Überprüfung auf Druckprobleme war nie die Aufgabe von PDF/X.

Eine Zeit lang galt das PDF/X-3 als Wunschkandidat.

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass allerdings PDF/X-1-Daten für uns als Druckerei vorteilhafter sind. Der Unterschied liegt vor allem darin, dass PDF/X-1 bei Farbbildern ausschließlich CMYK-Bilder beinhalten darf, ein PDF/X-3 kann jedoch auch noch RGB-Bilder beinhalten, so lange diese mit einem ICC-Profil versehen sind.


PDF/X-4

Gerne nehmen wir auch PDF-Daten mit Transparenzen nach dem neusten PDF-Standard PDF/X-4:2010 an, wenn die Farben wie bei PDF/X-1a (CYMK + eventuell Sonderfarben) sind.
Sie selber können Ihre PDF-Daten über ein PDF/X-4 Preflight-Profil (z. B. über Acrobat Professional ab Version 9) prüfen. 

Sprechen Sie im Zweifelsfall mit uns!


Den PDF-Tipp können Sie sich auch als PDF-Datei herunterladen:
PDF/X-Erstellung